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Besucher machen den Sport aus: Charts aus der laufenden Saison 2025/26

By 09/03/2026No Comments

Floorball ist eine schnelle, technisch anspruchsvolle Sportart – aber wie viele andere Hallensportarten kämpft sie um etwas, das im Stadion nicht mitgespielt wird: Aufmerksamkeit. Zuschauer sind dabei weit mehr als schmückendes Beiwerk. Sie sind ein aktiver Teil des Spieltags.

Zuschauer in der Saison 2025/26 in allen Ligen (ohne Playoffs) im Spielbetrieb vom FloorballBB
Zuschauer in der Saison 2025/26 in allen Ligen (ohne Playoffs) im Spielbetrieb vom FloorballBB

Für Kinder und Jugendliche, die auf dem Feld stehen, macht es einen spürbaren Unterschied, ob die Tribüne leer bleibt oder ob Eltern, Geschwister und Vereinsmitglieder mitfiebern. Und auch Erwachsene leben natürlich sportlich auf, wenn sie sich vor unterstützendem Publikum beweisen müssen. Die Atmosphäre in der Halle beeinflusst die Motivation der Spielerinnen und Spieler, fördert die Identifikation mit dem eigenen Verein und gibt dem Sport eine soziale Dimension, die über das eigentliche Spiel hinausgeht.

Darüber hinaus sind Zuschauerzahlen ein Indikator für die Verwurzelung eines Verbands in seiner Region. Wo viele Menschen den Weg in die Halle finden, ist der Sport im Alltag der Gemeinschaft angekommen. Das stärkt langfristig die Vereinsbindung, erleichtert die Gewinnung neuer Mitglieder und macht den Floorball als Sportart sichtbarer – auch für Sponsoren, Medien und die Sportpolitik.

Daher ist es gut, in gewissen Abständen einen Blick auf die Zuschauerzahlen zu werfen und Stand wie Entwicklung zu verfolgen. Basis sind die von den Spielsekretariaten erfassten Zuschauerzahlen, die mancher als überflüssiges Beiwerk eines Spielberichts empfindet, für den Sport aber eben erst jene Zahlen liefern, die man messen, darstellen und vergleichen kann.

Vermutlich sind diese Daten heterogen und beinhalten hier und da gut gemeinte Schätzungen, Aufrundungen oder neben Zuschauern auch mal die nichtaktiven Sportler am Spielfeldrand. Dennoch bilden sie neben der Anzahl an Partien, Spielern und Schiedsrichtern sowie Toren, Assists und Strafen jene seit 2014 im Saisonmanager zusammengetragene Datenbasis, die der Floorball-Sport zur Hand hat und durchleuchten kann.

Apropos „Durchleuchten“: Die Daten liegen in der Datenbank des Saisonmanagers und konnten bisher vor allem nur manuell ausgezählt und ausgewertet werden. Daher hat FloorballBB-Vizepräsident Martin Paff begonnen, diese Daten mittels einer neu entwickelten Datenbank mit dem Namen „Floorball Manager“ für Analysen zugänglich zu machen.

Anlässlich der ersten Pokal- und Medaillenübergaben in der Saison 2025/26 – wie in der U17 Kleinfeld, in der U15 Kleinfeld weiblich und in der dreigeteilten Freizeitliga – kam die Frage auf, wie viele Besucher im Laufe der Saison den entsprechenden Ligen beigewohnt hatten.

Doch statt diese Daten aus dem Saisonmanager Spiel für Spiel zusammentragen zu müssen, reicht nunmehr ein Blick in den „Floorball Manager“, der zeigt, wie viele Partien zu spielen sind, wie viele noch ausstehen und wie viele Besucher bisher in Summe einer Liga beiwohnten. Und die Zahlen sind erfreulich.

So haben im Spielbetrieb Berlin-Brandenburg in der Saison 2026/26 bisher 16.917 Zuschauer den Weg in die Sporthallen gefunden. Diese verteilen sich auf bereits 456 Partien, was 37,1 Besuchern pro Partie entspricht.

Schon auf den ersten Blick lässt sich erkennen, dass die Wettbewerbe der Erwachsenen weniger Besucher anziehen als jene der U-Ligen. Daher sollte man bei einer Analyse die Spiele der U-Ligen und jene der Erwachsenen getrennt betrachten, um eine geringere Streuung der durchschnittlichen Besucher zu erhalten.

Schaut man auf die Zuschauer je Spiel, zeigt sich gleich der große Unterschied: Während bei den Erwachsenen einem Spiel im Schnitt 15,7 Besucher beiwohnten, waren es in den U-Ligen 46,9. Beides weicht deutlich vom Gesamtschnitt der 37,1 Besucher pro Partie ab.

Natürlich schaut jeder Betrachter gleich einmal auf jene Ligen, die er als Spieler, Trainer oder Begleiter ganz besonders im Auge hat. Auffällig sind die kumulierten 2.338 Zuschauer in der U9. Klar, die meisten der Kleinsten werden natürlich von ihren Eltern begleitet.

Doch verteilen sich diese Besucher auf bislang gespielte 48 der 56 angesetzten Partien. Legt man die Zuschauer auf die Anzahl an Spielen um, ergibt sich ein gemittelter und manchen vielleicht sogar überraschender Blickwinkel.

Zuschauer pro Partie in den U-Ligen in der Saison 2026/26 (ohne Playoffs) im Spielbetrieb von FloorballBB
Zuschauer pro Partie in den U-Ligen in der Saison 2026/26 (ohne Playoffs) im Spielbetrieb von FloorballBB

Gewichtet zeigt sich, dass Partien in vier weiteren Ligen im Schnitt gar noch mehr Besucher angezogen haben als in der U9. In absteigender Reihenfolge sind es die U11, U13 und U15 weiblich, die in der Gunst der Zuschauer am höchsten stehen.

Mittelbar lassen sich aus den Daten sogar wirtschaftliche Überlegungen ableiten. Denn wenn man einen Durchschnittswert an Spenden für die vielerorts angebotenen kostenlosen Catering-Buffets ansetzt, können diese einen Hinweis auf das Potenzial möglicher Spendeneinnahmen geben, die dem Sport zugutekommen können.

Da die Daten der Datenbank „Floorball Manager“ nicht nur bis 2014 zurückreichen, sondern auch alle anderen Spielbetriebe in Deutschland umfassen, lassen sich so auch Vergleiche mit anderen Spielbetrieben auswerten.

Datenbank „Floorball Manager“: Bei Interesse an möglichen Auswertungen wendet euch an: ed.bbllaboolf@ffap.nitram

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