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Mädchen und Frauen in FloorballBB (Teil 04/04)

By 06/03/2021März 13th, 2021No Comments

2016 wurde sie in Kanada B-Weltmeisterin mit dem deutschen U19-Damen Nationalteam. Mit 21 Jahren spielt sie nun in der 1. Damen Floorball-Bundesliga für den MFBC Leipzig. Begonnen hat Nathalie Bergers Floorball-Karriere im ruhigen Rangsdorf in Brandenburg, mit gerade einmal 7 Jahren hat sie in der Grundschule ihre ersten Kontakte zum Floorball gehabt. In dieser vierwöchigen Interviewreihe erfahrt ihr, wie Nathalie ihren Weg von Rangsdorf auf die große Bühne der Bundesliga erlebt hat. Sie erzählt von ihren Geschichten und Freundschaften im Floorball, die sie bis heute begleiten.

Nathalie Berger (Nr. 13) mit dem deutschen Nationalteam beim Sieg der U19-WM 2016
Foto: IFF/Aaron Bell/ActiveImages.ca
Im vierten und letzten Teil erzählt uns Nathalie Berger von persönlichen Highlights aus den Floorball-Sommercamps, ihrem Weltmeistertitel und ihren Zielen für die Zukunft. 

Die Interviewreihe ist Teil der Marketingkampagne „Mädchen und Frauen in FloorballBB“, einem Studienprojekt der Sportmanagement-Student:innen Ellen Petzold, Nina Langer, Laura Roloff und Niklas Wangnet. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit FloorballBB und der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam statt.

  • Du hast als Kind an einem der FloorballBB Sommercamps teilgenommen, welche Erlebnisse sind dir in Erinnerung geblieben? 
    • Das Sommercamp ist eine Möglichkeit, mal mit anderen Leuten zu trainieren, die nicht im eigenen Verein sind. Das ist eine super Abwechslung zu dem, was man normal aus dem Vereinsalltag kennt. Da trainiert man dann teilweise auch mit Leuten zusammen, die gar nicht in der eigenen Liga spielen. Und natürlich bekommt man auch neue Sportarten vermittelt und andere Dinge abseits des Floorballs, die in die Camps ziemlich viel Abwechslung reinbringen.  

  • Die Sommercamps hatten eine direkte Verbindung mit deiner Karriere im Nationalteam. Wie genau kam das?  
    • Während des Sommercamps 2013 hat Antonia (Antonia Oelke; Anm. d. Red.) mich darauf angesprochen, ob ich nicht Lust hätte mit dem U17-Landeskader Sachsen-Anhalt beim Gothia Innebandy Cup in Schweden mitzuspielen. Berlin-Brandenburg hatte damals noch keinen eigenen Landeskader. Sie hat mich dann auch dazu gebracht, bei der SG Berlin mitzuspielen, wo ich dann meine ersten Erfahrungen in einem reinen Damenteam auf dem Großfeld sammeln konnte. Kurz danach kamen die ersten Auswahlcamps für die U19 und das alles hat den Weg dahin geebnet. 

  • Welches Sprungbrett bietet ein Landeskader? 
    • Allein schon, dass man dort mit ganz anderen Möglichkeiten als im Verein trainiert ist toll. Der Blick der Nationalcoaches ist zudem hauptsächlich darauf gerichtet, wer bereits in Landeskadern spielt und vielleicht Potential für die U19 hat.  

  • 2016 bist du dann mit dem deutschen Team in Kanada U19-Weltmeisterin in der B-Division geworden. 2018 habt ihr Platz 7 in der A-Division erreicht. Was ist der Unterschied zwischen den Divisionen? 
    • Der größte Unterschied ist das Niveau der Teams. Man spielt in der A-Division gegen die sog. „Top-4“ (Schweden, Finnland, Schweiz, Tschechien; Anm. d. Red.) und natürlich auch Platz 5, 6 und 7 der Weltrangliste. Die eigenen Ziele sind dort ganz anders und dadurch trainiert man dann anders darauf hin. Das Ziel war 2016 ganz klar, dass wir den Aufstieg von der B- in die A-Division schaffen wollten. Wenn dort beispielsweise in der Physis etwas nicht ganz gepasst hat, konnte man das aber etwas leichter ausbügeln als in der A-Division.  

  • Wie hast du die Spiele gegen die internationalen Elite-Teams der „Top-4“ erlebt? 
    • Es war eine super Erfahrung, weil die Teams auf einem ganz anderen Niveau spielen. Die haben nochmal ganz andere Möglichkeiten zu trainieren oder die Spielerinnen auszuwählen. Ich war sehr beeindruckt von deren Spielweise. Das sieht alles so leicht aus bei denen und trotz der deutlichen Ergebnisse hatten wir glaube ich alle ganz viel Spaß während der Spiele. 

  • Seit mittlerweile zwei Jahren spielst du in der Damen-Bundesliga für den MFBC Leipzig. Wie ist es in einem Team mit ausschließlich anderen Frauen zu spielen, nachdem du aus deiner Jugend an Mixed-Teams gewöhnt warst? 
    • Ich habe ja mit der SG Berlin hier in der Region schon in einem reinen Damenteam gespielt, sowohl Kleinfeld als auch Großfeld. Diese Saison ist jetzt die erste, die ich wirklich komplett nur für den MFBC im Damenteam spiele. Die vorige Saison habe ich noch in Jena mit den Herren auf dem Großfeld in der Regionalliga gespielt und hatte immer noch so ein bisschen dieses Mixed-Team. Ich denke ich habe jetzt auch in der Damen-Liga ein bisschen den Vorteil, dass ich auch immer mit den Herren zusammengespielt habe, weil man da den Zwang hat, immer an sich zu arbeiten, weil die häufig noch etwas schneller sind und vielleicht auch besser am Stock. Ich habe prinzipiell aber wirklich Spaß daran, auch in einem reinen Damenteam zu spielen.  

  • Wenn man nun schon so viel erreicht hat wie du, was bleiben da überhaupt noch für Ziele für deine Floorball-Karriere?  
    • Ich habe ja noch keine WM mit den Damen gespielt. Ich durfte zwar schon zwei Mal für die U19 spielen, aber jetzt ist erstmal das Ziel die WM-Qualifikation zu spielen, die hoffentlich im Mai in Italien stattfindet und dann natürlich auch die WM mit den Damen zu spielen. 

  • Hast du ein Motto, was dich seit klein auf im Sport begleitet? 
    • Ein direktes Motto habe ich nicht, aber ich glaube immer an mich, arbeite immer weiter an mir und gebe einfach nicht auf, wenn es vielleicht gerade mal nicht so läuft. 

  • Eine abschließende Frage noch. Du bist mit deiner Karriere jetzt schon Vorbild für viele junge Floorballerinnen in Berlin und Brandenburg, was möchtest du ihnen auf ihrem Weg mitgeben? 
    • Auf jeden Fall möchte ich euch mitgeben, dass ihr immer an euch glauben solltet und euch Ziele setzt, was ihr gerne erreichen wollt. Ganz egal, ob ihr mal für ein bestimmtes Team, im Landeskader oder dem U19-Nationalteam spielen möchtet – ein realistisches Ziel setzen und dann in kleinen Schritten darauf hinarbeiten. Euch immer wieder bewusst machen, dass ihr die Basics immer weiter trainieren müsst und auch wenn die Hallen aktuell zu sind, trotzdem den Schläger in die Hand zu nehmen. Vor allem aber immer an dem Spaß haben, was ihr macht.  

Vielen Dank Nathalie, für das spannende Interview und viel Erfolg für deine weitere Floorball-Karriere. 

Erfahre mehr über die Floorball-Sommercamps (link) und die Landeskader (link) in FloorballBB.

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